Geschichte des Sägewerkes Junnikkala

Das Sägewerk Junnikkala wurde am 16.8.1960 an demselben Standort gegründet, an dem sich auch noch heute der Hauptsitz des Unternehmens befindet.

Alles begann mit einem Arbeitsunfall

Im Herbst 1953 verfing sich der Träger von Aarne Akseli Junnikkalas Arbeitshose in einem Röhrenbohrer. Seine Arbeit bestand darin, Holzröhren für Wasserleitungen zu bohren.

Die darauffolgenden Tage verbrachte er im Krankenhaus. Seine Frau Hilma Junnikkala kümmerte sich gemeinsam mit den neun Kindern um den Bauernhof. Als Ältester der Geschwister musste Ismo die Versorgerrolle übernehmen. Er verdingte sich bei den anderen Bauern, während er sich auch um den Familienhof kümmern musste.

Eine Investition, die Mut erforderte, führte nach Kittilä

Man schrieb das Ende der Fünfziger und Ismo arbeitete rund um die Uhr. Er beschloss, einen seinerzeit modernen Fordson Halbkettentraktor zu kaufen und begann, für die Forstverwaltung zu arbeiten. Mit seinem Traktor fuhr er für Aufträge in das lappländische Kittilä. Im Herbst, wenn die Feldarbeit erledigt war, ging es in den Norden, und im Frühjahr wieder zurück nach Hause. Während des Winters schickte Ismo Geld an seine Familie in Kalajoki.

Entstehung des Sägewerks Junnikkala

Ismo Junnikkala befand sich im Frühjahr 1959 auf dem Heimweg von Lappland nach Kalajoki, als 20 Kilometer vor dem Ziel am Traktor ein Reifen platzte. Er verbrachte die Mainacht im Straßengraben und beschloss am nächsten Morgen, im Herbst nicht wieder nach Lappland zurückzukehren. Der Beschluss, einen eigenen Betrieb zu gründen, war gefallen. Der Sägebetrieb wurde im Herbst 1960 in Kalajoki aufgenommen.

Die Brüder steigen mit ins Geschäft ein

Das Sägewerk Junnikkala verzeichnete ein gleichmäßiges Wachstum und konkurrierte mit dem in Kalajoki ansässigen Sägewerk A. Santaholma Osakeyhtiö. Später zur Siebzigerwende stiegen die jüngeren Brüder Ilpo und Heikki mit ins Geschäft ein.

Waldbrand kurbelt Wachstum an

Das Geschäftswachstum wurde durch einen großen Waldbrand in Kalajoki angekurbelt. Die Brüder Junnikkala beschlossen etwas, was andere sich nicht trauten, nämlich das verkohlte Rundholz zu kaufen. Die Brüder verarbeiteten das Holz und erzielten ein guten Erlös, der für neue Investitionen aufgewendet wurde, die wiederum zu mehr Wachstum führten.

Erstes Exportgeschäft nach England

Im Jahre 1972 tätigten die Brüder Junnikkala ihr erstes Exportgeschäft, in dessen Rahmen Schnittholz vom Hafen Kalajoki nach England verschifft wurde. Ebenfalls Anfang der 1970er Jahre begann man Kalajoki mit der Weiterverarbeitung von Holz. Das lokale Geschäft lief auch erfolgreich.

Junnikkalas Investitionen lösten im Finnland der Siebziger Erstaunen aus

Die Brüder ließen 1979 eine werkseigene Rindenverbrennungsanlage errichten. Das Projekt war in den siebziger Jahren in Finnland etwas ganz Neues, und es wurde weithin spekuliert, ob es überhaupt sinnvoll war. Künstliche Trocknung der Holzrinde war damals in der Forstbranche noch völlig unbekannt. Ismo, Ilpo und Heikki Junnikkala waren jedoch von ihrem Projekt überzeugt. Gemeinsam mit den neuen Trockenanlagen ermöglichte die künstliche Trockenanlage einen Anstieg des Schnittholzabsatzes.

Zwei Brände im Sägewerk Junnikkala

Das Sägewerk Junnikkala in Kalajoki war das erste Mal in den 1970er Jahren von einem Brand betroffen, als auf dem Rundholzplatz ein Feuer ausbrach. Ismo erlitt bei den anfänglichen Löscharbeiten einen doppelten Beinbruch und musste ein Jahr lang Gips tragen.

Ein zweites Mal kam es im März 1980 zu einem Brand, der einen hohen Verlust für das Gebiet bedeutete und erhebliche regionale Auswirkungen hatte. Die Brüder Junnikkala ließen sich jedoch nicht unterkriegen, und es dauerte nicht lange, bis der Bau eines neuen Sägewerks beschlossene Sache war. Nach dem Brand im März nahm die neue, von Ahlström errichtete Sägeanlage mit der Otso 700-Rahmensäge im Herbst des gleichen Jahres ihren Betrieb auf.

Mit der neuen Sägeanlage konnte die Sägewerkproduktion in Junnikkala verdreifacht werden.

Die Investitionstätigkeit wird durch die Bedürfnisse der Bauindustrie gelenkt

Um den Bedürfnissen der Holzabnehmer in der Bauindustrie noch besser gerecht werden zu können, investierten die Brüder Junnikkala 1987 in den Bau einer größeren Hobelanlage. Zur gleichen Zeit nahm das Exportgeschäft von Junnikkala Aufschwung. Der Anteil des Exports am Umsatz des Sägewerks konnte auf 50 Prozent gesteigert werden.

Das Familienunternehmen wuchs weiter und eröffnete neue Verkaufsniederlassungen in Raahe und Ylivieska.

Die Wirtschaftskrise macht sich in Kalajoki bemerkbar

Das Wachstum kam zum Stillstand, als Finnland zu Beginn der 1990er Jahre von einer Wirtschaftskrise heimgesucht wurde. Auf die Bauindustrie ausgerichtete Investitionen verloren vorübergehend an Bedeutung, da Aufträge ausblieben und die regionale Baubranche von einem Tag auf den anderen zusammenbrach. Wie viele andere Unternehmen stand auch das Sägewerk Junnikkala am Rande der Insolvenz. Entscheidend für die Rettung war, dass Ismo Junnikkala für das Unternehmen keine Fremdwährungskredite aufgenommen hatte. Trotz der Krise konnte die Geschäftstätigkeit fortgeführt werden.

Die Investoren hatten auch während der schwierigen Zeit großes Vertrauen in das Sägewerk Junnikkala, das Investitionen zur Produktionssteigerung tätigte. Finnland überwand die Wirtschaftskrise, der Export erholte sich und die Brüder Junnikkala konzentrierten sich wieder auf die Bauindustrie.

Veränderungen im Sägewerk Junnikkala

Ismo Junnikkala erkrankte 1992 schwer. Er ging in Rente, und Heikki wurde zum Geschäftsführer des Familienunternehmens ernannt.

Die Schnittholzproduktion konnte in Folge der modernisierten Sägelinie und Trockenanlage sowie einer neuen Bioheizzentrale im Jahr 1998 auf 100.000 Kubikmeter erhöht werden.

Wärme für Kalajoki und Investitionen mit Blick auf den Häuserbau

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts begann Junnikkala, in der Bioheizzentrale erzeugte Wärme an die Stadt Kalajoki zu liefern. Die von Junnikkala erzeugte Biowärme machte 80 % der örtlichen Wärmeerzeugung aus. Die Brüder Junnikkala beschlossen, Investitionen mit Blick auf den Häuserbau zu tätigen. Es entstanden eine Weiterverarbeitungsanlage und eine Hochleistungs-Hobelanlage. Die moderne Anlage für die Oberflächenbehandlung von Außenverkleidungen wurde als Antwort auf die Bedürfnisse von Baukunden errichtet.

Generationswechsel in Kalajoki

Ismo und Ilpo begannen 2002 mit dem Generationswechsel bei Jukkala. Heikki blieb weiterhin Geschäftsführer, Eigentümer wurden jedoch Ismos Kinder Juha und Johanna Junnikkala sowie Ilpos Söhne Kalle und Veli-Matti Junnikkala. Ismo und Ilpo führten mit ihren Kindern Gespräche über eine mögliche Karriere in der Forstbranche. Juha, Johanna, Kalle und Veli-Matti waren sicher, dass ihre Wahl die richtige sein würde. Der Wald hatte gerufen. Juha wurde 2003 zum Geschäftsführer von Junnikkala ernannt. Das Familienunternehmen aus Kalajoki setzte sein Wachstum auch mit der nächsten Generation fort.

2008 ging das Sägewerk in Kalajoki im Zuge des Eigentumswechsels in den Besitz der Ruukki Group Oyj über. In Verbindung mit dem Eigentumswechsel verkaufte Heikki Junnikkala seine Anteile. In Folge der Veränderungen konnte das Sägewerk Pyyn Saha ja Höyläämö in Oulainen übernommen werden. Über einen Aktientausch wurde auch Janne Pyy zum Teilinhaber. Im Zuge des Eigentümerwechsels konnte auch ein umfassendes Investitionsprogramm im Wert von 14,5 Millionen Euro ins Leben gerufen werden.

Die Finanzkrise führt Junnikkala an seine Wurzeln zurück

Während das Investitionsprogramm von Junnikkala in vollem Gang war, wurde Finnland 2008 in die Finanzkrise gestürzt. Ruukki wollte die mechanische Holzverarbeitung aufgeben, und Junnikkala Oy erwarb 2011 das Aktienkapital und setzte seine Tätigkeit wieder als Familienunternehmen fort.

Japan und Korea im Visier

Mit Blick auf den Export beschloss man bei Junnikkala den Bau neuer Sägelinien. Das Exportgeschäft sollte nach Japan und Korea ausgebaut werden. Die neuen Sägelinien wurden auf die Bedürfnisse des Exports ausgerichtet.

Kalle Junnikkala wird Geschäftsführer

Ilpo Junnikkalas Sohn Kalle wurde 2012 zum Geschäftsführer ernannt. Der vorherige Geschäftsführer Juha Junnikkala wechselte in den Verwaltungsrat von Junnikkala Oy, wo auch Juhas Schwester Johanna Junnikkala und Kalles Bruder Veli-Matti Junnikkala einen Sitz haben.

Junnikkala wächst und wächst

In den 2010er Jahren erhöhte Junnikkala seine Wärmeerzeugungskapazitäten in Oulainen. Die Produktion konnte verdoppelt werden, in dem hohe Anstrengungen in die Trockengutsortierung und die Trockenanlage gesetzt wurden. Das Familienunternehmen konnte sein stetiges Wachstum von Anfang an mit einem kleinen Beschaffungsteam realisieren. Die Forstabteilung von Junnikkala macht ihrerseits durch aktiven Holzhandel in Westfinnland das Unternehmenswachstum möglich.

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